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 Betreff des Beitrags: Im Schweinsgalopp durch die Geschichte von BiH
BeitragVerfasst: 05.02.2010, 00:06 
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Uni Koblenz :link:

6./7. Jh. Slawische Einwanderung in das Gebiet Bosnien und Herzegowinas.

1180 Bosnisches Fürstentum unter Ban Kulin. Er duldet die religiöse Bewegung der Bogomilen, die in anderen Gebieten des westlichen Balkans als Ketzerbewegung verfolgt wird.

1353-1391 Blüte des bosnischen Fürstentums unter König Tvrtko I.

1463 Großteil Bosniens unter türkischer Herrschaft; Konversion bogomilischer Bevölkerungsgruppen zum Islam.

1481 Herzegowina unter türkischer Herrschaft.

1580 Vereinigung Bosniens und Herzegowinas zu einem "Paschaluk".

um 1700 Stabilisierung der Grenzen zwischen dem Osmanischen Reich ("bosnischer Paschaluk") und der Habsburger Monarchie.

1839 Auflösung der Selbstverwaltung Bosniens nach anti-türkischen Aufständen der feudalen islamischen Oberschicht.

1878 Besetzung Bosniens durch Österreich-Ungarn infolge des Berliner Kongresses.

1908 Annexion Bosnien-Herzegowinas durch Österreich-Ungarn.

1912/13 Balkankriege: Serbien versucht vergeblich sich stärker in B+H zu etablieren.

28.06.1914 Ermordung des österr.-ungar. Thronfolgerpaares durch den serbischen Nationalisten Gavrilo Princip in Sarajewo.
Bild
Am linken Ende der Lateinerbrücke/Latinski Most stand Gavrilo Princip, als er auf das Thronfolgerpaar schoss :link:


1918 Bosnien-Herzegowina wird Teil des neuen Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen.

1929 Proklamation des "Königreichs Jugoslawien"; Diktatur König Alexanders.

1939 "Sporazum": Serben und Kroaten vereinbaren die Teilung B+H's in serbisch und kroatisch dominierte Banovinas (Cvetkovic-Macek).

1941 Deutsche und italienische Truppen besetzen Jugoslawien; B+H wird in den faschistischen "Unabhängigen Staat Kroatien" eingegliedert.

(Einschub von mir/Lefteri:)
26.11.1942 wurde in diesem Haus in Bihac der Antifaschistische Rat der Nationalen Befreiung Jugoslawiens gegründet.

Bild
Photo: Lefteri Juli 2009



25.11.1943 Konstituierung der "Volksrepublik Bosnien-Herzegowina" (NRBiH).

29.11.1943 Proklamierung der "Föderativen Volksrepublik Jugoslawien" (FNRJ).

1963 Neue bosnische Verfassung: Muslime werden erstmals als eigenes "Volk" aufgeführt.

1971 Volkszählung: Muslime können sich erstmals offiziell als "Muslime im Sinne einer Nation" registrieren (ca. 800.000 tun dies).

1974 Neue Bundes(SFRJ)- und Republikverfassungen: starke Tendenz zur Dezentralisierung.

1980 Tod Titos.

Sommer 1991 Zerfall Jugoslawiens.

01.03.1992 Referendum: bosnische Muslime und Kroaten mehrheitlich für Unabhängigkeit, die meisten Serben boykottieren die Abstimmung.In der Folge versuchten zunächst die bosnischen Serben, ein Jahr später auch die bosnischen Kroaten (in Herzegowina) möglichst große Landesteile unter ihre Gewalt zu bringen, um sie letztlich dem jeweiligen "Mutterland" einzuverleiben (ca. 278.000 Tote und Vermisste, 1,325 Mio. Flüchtlinge und Vertriebene).

06.04.1992 Anerkennung der Republik B+H durch USA und EU-Mitgliedstaaten.

18.03.1994 Bosniaken und Kroaten unterzeichnen in Washington den Vertrag zur Bildung einer "Föderation von Bosnien-Herzegowina".

14.12.1995 Unterzeichnung des Daytoner Friedensvertrags in Paris: einheitlicher und politisch unabhängiger Gesamtstaat Bosnien-Herzegowina (BiH), bestehend aus Föderation von BiH (FBiH) und Republika Srpska (RS).Gesamtverantwortung für die politisch-zivile Implementierung des Friedensabkommens liegt beim Hohen Repräsentanten (Bildt, Westendorp, seit Juni 1999: Petritsch).Dieser erhält seine politischen Richtlinien vom Lenkungsausschuss des "Peace Implementation Council" (PIC), das Vertreter der P8-Staaten, der EU-Präsidentschaft, der EU-Kommission und der Türkei (für islamische Konferenzorganisation OIC) umfasst.Er berichtet an internationale Gremien (VN-Sicherheitsrat, EU);DieTrennung der Kriegsparteien und die Stabilisierung der Sicherheitslage wurde unter der Führung der NATO von Ende 1995 an, zunächst durch die IFOR und ab Ende 1996 durch die "Stabilisation Force" SFOR gewährleistet.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Schweinsgalopp durch die Geschichte von BiH
BeitragVerfasst: 18.02.2010, 00:13 
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Die Wahlen am 1. Oktober 2006 galten als zukunftsweisend, weil die internationale Gemeinschaft 2007 den Hohen Repräsentanten abziehen und Bosnien und Herzegowina in die volle Souveränität überführen wollte. Im Nachhinein wurde dieses Vorhaben um ein weiteres Jahr verschoben. In das Staatspräsidium wurden der Bosniake Haris Silajdžić von der Partei für Bosnien und Herzegowina (SBiH), der Serbe Nebojša Radmanović vom Bund der Unabhängigen Sozialdemokraten (SNSD) und der Kroate Željko Komšić von den multi-ethnischen Sozialdemokraten gewählt. Komšić schlug in einem Kopf-an-Kopf-Rennen seinen Kontrahenten von der nationalistischen Kroatischen Demokratischen Union in Bosnien und Herzegowina (HDZ BiH). Nationalistische kroatische Gruppen hatten daraufhin protestiert, Komšić könne nicht kroatische Interessen vertreten, da in erster Linie Mitglieder anderer Volksgruppen für ihn gestimmt hätten. Die bosnisch-serbische Partei Bund der Unabhängigen Sozialdemokraten hatte vor den Wahlen erneut ein Referendum für die Unabhängigkeit der Teilrepublik Srpska gefordert, falls die Forderungen nach einer stärkeren Zentralisierung nicht aufhörten. Silajdžić setzte sich für eine Verfassungsänderung ein, die ein Zusammenwachsen Bosniens in einen „funktionsfähigen“ Staat ermöglichen solle. Dies wird teilweise so interpretiert, dass er die Existenz der Entitäten infrage stellte. Im Januar 2008 bekräftigte der Vorsitzende des SNSD, Milorad Dodik, die Zugehörigkeit der Republika Srpska zum Gesamtstaat und seinen Willen, diesen aufrecht zu erhalten.

Ende Februar 2008 beschlossen EU-Vertreter gemeinsam mit Gesandten der USA und Russlands, den Hohen Repräsentanten auf unbestimmte Zeit im Land zu lassen. Am 16. Juni 2008 wurde das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union abgeschlossen, das als wichtige Vorstufe für den angestrebten Beitritt zur EU gilt. Die Unterzeichnung wurde von einer Polizeireform abhängig gemacht. Die Polizei beider Landesteile wurde aufgerufen intensiver miteinander zu kooperieren, insbesondere um weitere Kriegsverbrecher zu überführen. Seit 2003 agiert die EUPM in Bosnien und Herzegowina. Primär ist sie für die Bekämpfung von organisiertem Verbrechen und für die Beratung hinsichtlich der Polizeireform zuständig. Eine EU-Vollmitgliedschaft wäre noch vor 2020 möglich, sofern Bosnien-Herzegowina kontinuierlich die wirtschaftliche Situation verbessert, demokratische Strukturen stärkt und ethnische Spannungen abbaut.

Militär
Bis Ende 2005 lag die Verteidigungspolitik bei den beiden Entitäten. Seit 2006 unterstehen die Streitkräfte der Staatspräsidentschaft und dem 2004 geschaffenen Verteidigungsministerium der Staatsebene. Die gemeinsame Armee besteht aus bis zu 10.000 aktiven Berufssoldaten und einer etwa halb so starken „aktiven Reserve“. Neben den formal integrierten operativen Srtukturen bestehen jeweils ein bosniakisches, serbisches und kroatisches Regiment, die die Traditionen der drei Teilstreitkräfte ABiH, HVO und VRS fortführen sollen. Die allgemeine Wehrpflicht wurde am 1. Januar 2006 aufgehoben. Angestrebt wird die Integration der Streitkräfte in europäische und euroatlantische Strukturen und die Beteiligung an UN-Einsätzen. 2006 trat Bosnien und Herzegowina der NATO-„Partnerschaft für den Frieden“ bei.

Verwaltung
Die politische Gliederung des Staates ist komplex. Seit dem Dayton-Vertrag (auch bekannt als Dayton-Friedensabkommen) besteht Bosnien und Herzegowina aus zwei Entitäten: der Föderation Bosnien und Herzegowina (Federacija Bosne i Hercegovine, auch bekannt als Bosniakisch-Kroatische Föderation) und der Republika Srpska (Serbische Republik). Beide Entitäten verfügen jeweils über eine eigene Exekutive und Legislative. Der Distrikt um die nordbosnische Stadt Brčko untersteht als Kondominium beider Entitäten direkt dem Gesamtstaat. Die Föderation Bosnien und Herzegowina setzt sich aus zehn Kantonen zusammen, die über eigene Zuständigkeiten verfügen.

Der gesamtstaatlichen Ebene waren zunächst nur die Außenpolitik, die Geldpolitik sowie die Außenwirtschaftsbeziehungen zugeordnet. In den vergangenen Jahren wurden die Kompetenzen des Zentralstaats um weitere Aufgaben ergänzt (Verteidigung, Zoll und indirekte Steuern, Verfolgung und Aburteilung von Kriegsverbrechern und Bekämpfung der Schwerkriminalität).

Neben den Regierungen und Parlamenten der beiden Entitäten gibt es eine gemeinsame Regierung und ein gemeinsames Parlament (Abgeordnetenhaus mit 42 Sitzen und Kammer der Völker mit 15 Sitzen) für den Gesamtstaat. Die drei Volksgruppen haben je einen Vertreter in einem dreiköpfigen Staatspräsidium. Die Bosniaken und Kroaten wählen ihre beiden Vertreter in der Föderation, die bosnischen Serben ihren in der Republika Srpska. Der Vorsitz des Staatspräsidiums wechselt alle acht Monate. Die Einschränkung, dass nur Angehörige der drei konstituierenden Völker für das Staatspräsidium kandidieren dürfen, wurde vom EGMR als Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot und das Recht auf freie Wahlen gewertet.

Faktisch übt einen Teil der Staatsgewalt jedoch der Hohe Repräsentant als Vertreter der internationalen Gemeinschaft aus, was damit begründet wird, dass infolge des im Krieg entstandenen gegenseitigen Misstrauens unter den Verantwortlichen der Volksgruppen nach wie vor eine Blockadehaltung vorherrsche. Außerdem sind nach wie vor rund 2500 ausländische Soldaten im Rahmen der Operation EUFOR/Althea in Bosnien und Herzegowina stationiert.
(aus wikipedia)

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