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 Betreff des Beitrags: Kenia: Bürgerkrieg nach Wahlmanipulation
BeitragVerfasst: 16.01.2008, 23:43 
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Eigene Erfahrungen über Kenia kann ich bisher leider nicht beisteuern, da ich mich lediglich eine Stunde auf dem Flughafen von Mombasa aufgehalten habe. Aktuell sind in Kenia bürgerkriegsähnliche Zustände aufgrund einer offensichtlichen Wahlmanipulation durch die bisherige Regierungspartei:
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Einerseits ist Kenia unter deutschen Urlaubern eines der, wenn nicht das meistbesuchte afrikanische Land, andererseits wird offizell vor "nicht notwendigen Reisen" dorthin gewarnt:
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Ich habe diesen Thread eröffnet, damit die Möglichkeit besteht, sich auch kritisch mit den Zuständen in den einzelnen Urlaubsländern auseinander zu setzen - Tommy hat hierfür inzwischen ein eigenes Unterforum eingerichtet, was ich sehr begrüße.

Liebe Grüße, und gute Nacht !
Lefteri.

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Zuletzt geändert von Lefteri am 20.01.2008, 11:34, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 16.01.2008, 23:57 
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Ich lasse den Beitrag erst mal hier drin. Es gibt sicherlich noch Änderungen bei den einzelnen Unterforen und Bereichen. mal schauen.

Dir auch gute Nacht!
LG Tommy

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BeitragVerfasst: 17.01.2008, 18:05 
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Ich habe nun doch noch einen Bereich eingerichtet. Gleich mal den Beitrag dahin verschieben.

[schild=14 fontcolor=000000 shadowcolor=C0C0C0 shieldshadow=1]Tommy hat verschoben[/schild]

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BeitragVerfasst: 18.01.2008, 23:57 
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Danke, lieber Tommy, dass Du diesen Bereich eingerichtet hast.

Ich möchte auch als Tourist mit offenen und kritischen Augen durchs Land gehen,
auch wenn ich weiss, dass es dort z.B. mit der Demokratie noch etwas hakt.

Und manchmal muss man halt um bestimmte Plätze einen Bogen machen,
oder darf den Mund nicht so weit aufmachen, wie man gern möchte -
wie bekanntermaßen auch in der Türkei (Kurdenfrage, Armeniermassaker)
oder früher in der DDR.

In den Medien wird die Frage Kenia (oder ein anderes Urlaubsland) und Demokratie
leider meistens nur unter dem Aspekt Sicherheit für die Touristen behandelt, w.z.B. hier,
und das finde ich, auch wenn dieses Thema natürlich von großem Interesse ist, etwas zu kurz gegriffen.

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BeitragVerfasst: 21.01.2008, 07:56 
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(Aus MDR-Aktuell)

Der Kenia-Kenner Andrej Hermlin hat die EU zu fairen Verhandlungen Kenia aufgefordert. "Ich gebe zu bedenken, dass Sanktionen natürlich sehr oft die einfache Bevölkerung treffen", sagte er bei MDR aktuell. Außerdem empfahl er, nicht belehrend aufzutreten. Das wecke Erinnerungen an die koloniale Vergangenheit des Landes. "Verhandlungen müssen auf jeden Fall auf gleicher Augenhöhe erfolgen, und vor allen Dingen muss man bedenken, es ist ein kenianisches Problem, es muss auf jeden Fall kenianisch gelöst werden", erklärte der Berliner Jazzmusiker.

Hermlin war am Sonntag nach zwei Tagen Polizeiarrest in Kenia wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt. Nach einem Zwischenstopp in Amsterdam landete er am Sonntagvormittag in Berlin-Tegel. Nach seiner Ankunft dankte der 42-Jährige insbesondere dem deutschen Botschafter in Kenia, Walter Lindner. Er habe in unermüdlichen Einsatz seine Freilassung erreicht, sagte Hermlin und lud den Botschafter, der auch praktizierender Musiker sei, zu einem gemeinsamen Konzert ein. "Ohne Lindner wäre ich nicht hier", sagte er.

Hermlin sprach von einem freundlichen, fast herzlichen Verhalten der Polizei in Kenia. Die Haft habe an seiner Liebe zu dem Land nichts geändert, erklärte Hermlin, der mit einer Kenianerin verheiratet ist. Kenia bleibe seine "zweite Heimat".

Hermlin war in Kenia gemeinsam mit dem Berliner Fotografen Gerd-Uwe Hauth und die niederländische Dokumentarfilmerin Fleur Van Dissel wegen "terroristischer Umtriebe" verhaftet worden. Die kenianischen Behörden hatten im Gepäck der drei Europäer Bilder von angeblich sicherheitsrelevanten Einrichtungen gefunden. Die Gruppe hatte in Kenia für eine Reportage Bilder über das Leben nach der umstrittenen Präsidentenwahl gesammelt.

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BeitragVerfasst: 21.01.2008, 10:29 
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gottseidank, dass er wieder gut in Deutschland angekommen ist!

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BeitragVerfasst: 22.01.2008, 23:15 
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Aktuell rät das Auswärtige Amt von "nicht dringend notwendigen Reisen" nach Kenia ab. Wobei der Normaltourist in die betroffenen Gebiete - Mombasa ausgenommen - eher selten hinkommt:

Zitat:
Nach Verkündung des Wahlergebnisses, der unmmittelbar darauf folgendenden Vereidigung des Präsidenten und der Bekanntgabe eines Rumpfkabinetts gab es z.T. heftige Unruhen und gewaltsame Ausschreitungen, im Zuge derer mehrere hundert Menschen ums Leben kamen.

Betroffen waren hauptsächlich die Innenstadt und die Slumgebiete Nairobis (Kibera, Mathare und Kangemi) sowie u.a. die Städte Eldoret, Kisumu, Kakamega und Mombasa. Im Falle eines nicht völlig auszuschließenden Wiederaufflackerns von Unruhen dürften diese Städte erneut Schauplätze sein.

Von Reisen in das Rift Valley und die Provinzen Western und Nyanza wird abgeraten; dringend abgeraten wird vor Reisen in die Städte Eldoret, Kakamega insbesondere Kisumu.

Weiterhin gilt: bis zu einer allgemeinen und nachhaltigen Beruhigung der Lage sollten politische Kundgebungen, Menschenansammlungem sowie die Nähe der o.a. Slumgebiete unbedingt gemieden werden.


Ganzer Text hier

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BeitragVerfasst: 23.01.2008, 08:12 
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ist gut, dass das auswertige Amt Warnungen ausspricht!

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BeitragVerfasst: 29.01.2008, 00:34 
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Zitat:
Mit Macheten bewaffnete Angreifer haben in Kenia zwei Deutsche erschlagen. Die beiden Männer – ein in Kenia lebender Geschäftsmann und ein Tourist – wurden am Sonntagabend im Haus eines Freundes in der Urlaubsregion Diani rund 50 Kilometer südlich der Küstenstadt Mombasa überfallen, wie der örtliche Polizeichef Stanley Lemai der Nachrichtenagentur AFP sagte. Bei fortgesetzten Unruhen infolge der umstrittenen Präsidentschaftswahl kamen in der westlichen Provinz Rift Valley mindestens 26 Menschen ums Leben. Nach Angaben der Polizei wurden sie von Mitgliedern rivalisierender Volksgruppen oder von Polizisten getötet.
Quelle

Man muss also schon aufpassen, wo man hingeht ...
Mehr dazu auch hier

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BeitragVerfasst: 30.01.2008, 07:50 
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Wahlmanipulationen sind ja nichts Ungewöhnliches -
der mächtigste Mann der Welt, G.W. Bush, ist 2000 durch eine solche an die Macht gekommen.
Das es in Kenia danach zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen gekommen ist, hat m.E. mehrere Ursachen:

1.
Nach einer Wahl verteilen die Wahlsieger die Pöstchen unter ihre Leute, und die Verlierer sitzen auf der Straße,
es sei denn, sie hatten bisher die Posten und haben sich rechtzeitig genug auf die Seite geschafft.
Die anderen haben absolut nicht mehr - im Gegensatz zu westlichen Ländern,
wo es für Leute, die nach Wahlniederlagen ihre Regierungsposten verlieren, soziale Abfederungen gibt.

2.
In verschiedenen Ländern Afrikas stellen bestimmte Volksgruppen ("Stämme") die Mehrheit und andere nicht (größte Volksgruppe in Kenia: die Kikuyu mit 22%). Das kommt daher, dass die europäischen Kolonialherren die Grenzen vollkommen willkürlich gezogen haben. Die Partei der stärksten Volksgrupe hat die besten Chancen auf den Wahlsieg, und es kommt öfter vor (Kenia, Zimbabwe, Namibia, Nigeria), dass die anderen Volksgruppen danach massiv benachteiligt werden.

3.
Im Gegensatz zu Kenia gibt es in Tanzania unter ca. 120 Volksgruppen keine, die groß genug wäre, die anderen zu dominieren (die größten stellen ca. 6% der Gesamtbevölkerung) - sie sind also gezwungen, sich zu arrangieren.
In beiden Ländern sprechen nur die ansatzweise Gebildeten Englisch, in Tanzania gibt es danach die überall verstandene Umgangssprache Suaheli - im Gegensatz zu Kenia, wo Suaheli nicht überall verbreitet ist.
Im Gegensatz zu Tanzania gibt es unter den einfachen Kenianern also viele, die nur ihre Stammessprache sprechen, was die Kommunikation im Land erschwert sowie Missverständnisse und entsprechend Konflikte fördert.

4.
Die Wahlen werden in Tanzania ebenfalls manipuliert - mal mehr, mal weniger. Die Regierung wird seit 1962 (auf Zanzibar seit 1964) durch die gleiche Partei gestellt - wie in Bayern oder Baden-Württemberg. Proteste nach solchen Wahlen samt der staatlichen Gegenreaktion laufen auf Grund der o.g. Umstände vergleichsweise glimpflich ab, wenngleich es auf Zanzibar auch 2005 Verletzte und einen Toten gab.


Die Reise in afrikanische Länder um den Zeitpunkt von Wahlen herum ist also allgemein nicht unbedingt der eigenen Gesundheit zuträglich ...

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BeitragVerfasst: 30.01.2008, 18:13 
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Lefteri hat geschrieben:
Wahlmanipulationen sind ja nichts Ungewöhnliches -
der mächtigste Mann der Welt, G.W. Bush, ist 2000 durch eine solche an die Macht gekommen. ...


:offtopic:

Da gebe ich Dir Recht. Ich glaube, wir sind da auf einer Wellenlänge. Auch was das Thema Koch in Hessen betrifft.

Wollte ich jetzt bei der Gelegenheit einfach mal los werden.

[schild=14 fontcolor=000000 shadowcolor=C0C0C0 shieldshadow=1]On Topic[/schild]

Vielen Dank für den Rat, dass man zum Zeitpunkt von Wahlen herum nicht in afrikanische Länder reisen sollte. Die Begründungen sind sehr einleuchtend.

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BeitragVerfasst: 02.03.2008, 10:01 
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Kenia-Fans können jetzt zumindestens vorsichtig mit dem Kofferpacken anfangen:
Am 28.2. haben Kibaki und Odinga unter Vermittlung des ehemaligen UN-Generallsekretärs Kofi Annan eine Koalitionsregierung beschlossen. Mehr dazu:
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