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 Betreff des Beitrags: Geschichte Tunesiens
BeitragVerfasst: 31.12.2008, 14:31 
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Vorgeschichte

Erste Spuren von menschlicher Besiedelung des heutigen Tunesien stammen aus der Altsteinzeit: in der 20 Kilometer östlich von Gafsa gelegenen Oase El Guettar wurden Spuren von nomadisch lebenden Jägern und Sammlern gefunden.[20]

Auf das Ibéromaurusien, eine an der nordafrikanischen Küste verbreitete Kultur, folgte das Capsien. Von dieser Kultur wurden 15000 Jahre alte Skelette und Werkzeuge gefunden, die darauf hinweisen, dass die Capsien-Menschen neben Steinwerkzeugen auch Nadeln aus Knochen herstellten, die sie zum Nähen von Kleidung aus Tierhäuten benutzten.

Während der Jungsteinzeit formte sich die Sahara mit ihrem heutigen Klima. Diese Epoche ist gekennzeichnet von der Einwanderung der Berber. Es entstanden erste Kontakte mit den Phöniziern in Tyros, die gegen Ende der Jungsteinzeit begannen, das heutige Tunesien zu besiedeln und später das Karthagische Reich gründeten.

Punisches und Römisches Karthago

Das heutige Tunesien erlebte zu Beginn der geschichtlichen Aufzeichnungen die Gründung von Handelsniederlassungen durch Siedler aus dem östlichen Mittelmeer. Gemäß der Legende war die erste dieser Niederlassungen Utica im Jahre 1101 v. Chr. Im Jahr 814 v. Chr. gründeten aus Tyros kommende phönizische Siedler die Stadt Karthago. Nach der Legende war es die Königin Élyssa, die Schwester des Königs von Tyr, Pygmalion, welche die Stadt gründete.

Karthago wurde innerhalb von 150 Jahren zur größten Macht des westlichen Mittelmeeres. Die Einflussnahme geschah teils durch Kolonisierung, größtenteils jedoch durch Handelsniederlassungen und Verträge. Diese Macht, und das hohe landwirtschaftliche Potential des karthagischen Mutterlandes führten dazu, dass das Interesse des jungen, erstarkenden römischen Reiches geweckt wurde und es kam zur Konfrontation, die in den drei Punischen Kriegen gipfelte. Karthago konnte mit seinen unter anderen von Hannibal geführten Truppen während des Zweiten Punischen Krieges (218−201 v. Chr.) das Römische Reich mehrermals an den Rand einer Niederlage bringen. Am Ende des Dritten Punischen Krieges (149-146 v. Chr.) wurde die Stadt Karthago drei Jahre belagert und letzten Endes zerstört. Das Gebiet des heutigen Tunesien wurde Teil der römischen Provinz Africa mit Hauptstadt Utica. Im Jahr 14 wurde Karthago Hauptstadt von Africa, und im Jahr 44 beschloss Caesar, eine Colonia in Karthago zu gründen, was jedoch von Augustus erst mehrere Jahrzehnte später verwirklicht wurde.

Africa wurde, neben Ägypten, zu einem der bedeutendsten Lieferanten landwirtschaftlicher Produkte Roms, vor allem lieferte Africa Getreide und Olivenöl. Es entstand ein dichtes Netz an römischen Siedlungen, deren Ruinen bis heute noch zu sehen sind, etwa Dougga (römisch Thugga), Sbeïtla (Sufetula), Bulla Regia, El Djem (Thysdrus) oder Thuburbo Majus. Africa war, zusammen mit Numidien, für sechs Jahrhunderte lang eine sehr wohlhabende Provinz, wo etwa die Mosaikkunst blühte. Dank seiner Rolle als Knotenpunkt der Antike siedelten sich in der Folge auch Juden und die ersten Christen im heutigen Tunesien an.

Christianisierung

Das Christentum breitete sich im heutigen Tunesien schnell aus, vor allem durch die Ankuft von Siedlern, Händlern und Soldaten. Die bisher heidnische Bevölkerung widersetzte sich zunächst dem neuen Kult; später wurde die Christianisierung auch mit Gewalt durchgesetzt. Ab dem Jahr 400 durchdrang das Christentum, dank der Aktivitäten von Augustinus von Hippo und seiner Bischöfe, sämtliche Gesellschaftsschichten, indem sie die städtische Aristokratie und die Landbesitzer auf ihre Seite brachte. Krisen wie etwa das donatistische Kirchenschisma, das mit dem Konzil von Karthago abgewendet wurde, überwand das Christentum im heutigen Tunesien dank der guten wirtschaftlichen und sozialen Lage schnell. Bis heute zeugen davon Ruinen von Bauwerken wie die Basilika von Karthago oder die zahlreichen Kirchen, die auf heidnischen Tempeln (wie etwa in Sbeïtla) erbaut wurden.

Am 19. Oktober 439 eroberten die Vandalen und Alanen Karthago und errichteten ein Königreich, das ein Jahrhundert dauern sollte. Die Vandalen gehörten dem Arianismus an, einer Glaubensrichtung, die auf dem Ersten Konzil von Nicäa zur Häresie erklärt worden war. Die Vandalen forderten von der zumeist katholischen Bevölkerung die Treue zu ihrem Glauben und antworteten auf deren Weigerung mit Gewalt. Besitztümer der katholischen Kirche wurden beschlagnahmt. Die Kultur der ansässigen Bevölkerung blieb aber unangetastet und auch das Christentum florierte bis zu dem Ausmaß, wie es die neuen Herrscher tolerierten. Das Vandalenreich kollabierte nach der verlorenen Schlacht bei Tricamarum, bei welcher die Vandalen unter König Gelimer gegen die oströmischen Truppen von Belisar unterlagen. Kaiser Justinian I. machte aus Karthago eine Diözese und 590 das Exarchat von Karthago, das gegenüber der kaiserlichen Zentralmacht hohe zivile und militärische Autonomie besaß. Heiden, Juden und Herätiker wurden von der byzantinischen Zentralgewalt, die das Christentum zur Staatsreligion erheben wollte, verfolgt.

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BeitragVerfasst: 02.01.2009, 16:30 
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Vielen Dank für diesen Beitrag lieber Lefteri.

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BeitragVerfasst: 03.01.2009, 00:35 
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Bidde bidde !
Und dabei hab ich noch die Hälfte vergessen, was ich hiermit nachhole:

Arabisierung und Islamisierung [Bearbeiten]

Von 647 an eroberten die Araber von Ägypten aus das Land und machten die 670 gegründete Stadt Kairouan zur Hauptstadt ihrer Provinz Ifriqiya (Afrika). Die einheimischen Berber, die hartnäckigen Widerstand leisteten, wurden unterworfen, der Islam und die arabische Sprache breiteten sich aus. Unter der Dynastie der Aghlabiden (800-909) entwickelte sich Tunesien zu einem Machtfaktor in Nordafrika: Die Herrschaft erstreckte sich auch auf Malta, Sizilien und Teile Unteritaliens.

Den Aghlabiden folgten die Fatimiden und schließlich die Ziriden, unter denen das Land von der Mitte des 11. Jahrhundert an in Kämpfe mit Beduinenstämmen verwickelt war. Vom 12. bis 16. Jahrhundert erlebte Tunesien unter der Herrschaft der Almohaden und Hafsiden eine neue Blütezeit durch Handel.

Nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen zwischen Spanien und dem Osmanischen Reich um die Vorherrschaft in diesem Gebiet behielten schließlich 1574 mit Hilfe der verbündeten Korsaren die Osmanen die Oberhand. Das Land wurde als Teil des Osmanischen Reiches von Beys (Provinzstatthaltern) beherrscht. Die von Hussein ibn Ali (1705–1749) gegründete Dynastie der Husseiniden regierte bis 1957.
Goldmünze zu 10 Francs zur Zeit des französischen Protektorat aus 1891

Im 19. Jahrhundert führten die Öffnung des Landes gegenüber europäischen Einflüssen und der damit verbundene Rückgang der seit Jahrhunderten betriebenen Seeräuberei zur Zerrüttung der Staatsfinanzen und machten Tunesien immer mehr abhängig von den europäischen Mächten. 1881 wurde Tunesien zum französischen Protektorat erklärt und französische Firmen bauten auch das Eisenbahnnetz des Landes. Nachdem das Land während des Zweiten Weltkrieges Schauplatz heftiger Kämpfe geworden war, gewährte Frankreich auf Druck der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert entstandenen „Liberalen Verfassungspartei“ (Destour) am 1. Juni 1954 die innere Autonomie und 1956 die volle staatliche Unabhängigkeit.

siehe Liste der französischen Ministerresidenten, Generalresidenten und Hochkommissare

Der Lamine Bey nahm den Königstitel an, wurde jedoch schon 1957 von Habib Bourguiba, dem aus jahrelanger französischer Haft entlassenen Führer der 1934 gegründeten Neo-Destour-Partei, zum Thronverzicht gezwungen. Tunesien wurde Republik, Bourguiba Staatspräsident. Nach dem Zwischenfall von Bizerte zogen am 15. Oktober 1963 auch die letzten französischen Truppen ab. 1964 wurde der ausländische Grundbesitz im Sinne des „tunesischen Sozialismus“ verstaatlicht. Habib Bourguiba entpuppte sich als westlich geprägter Visionär und führte mit der Staatsgründung sogleich das Frauenwahlrecht ein. Er forderte eine strikte Trennung zwischen Staat und Religion, trennte die Gesetzgebung weitestgehend von der Scharia ab und übernahm bewusst große Teile der französischen Staats- und Verwaltungsstrukturen.

Seine autoritäre Herrschaft, unpopuläre Maßnahmen wie die Erhöhung der Brotpreise 1984, aber auch sein scharfes Vorgehen gegen islamische Fundamentalisten führten im November 1987 allerdings zu seiner Absetzung. Neuer Staatspräsident wurde General Zine el-Abidine Ben Ali, der durch soziale und politische Reformen (Demokratisierung des Wahlrechts 1994) den Zulauf zu den Fundamentalisten besonders aus den unteren und mittleren Schichten bremsen will. Sowohl unter Bourguiba als auch unter Ben Ali wurden mehrere Programme erwirkt, um die Beschäftigungsquote bei Frauen auf europäisches Niveau zu steigern (derzeit: 33 %), um die gesellschaftliche Gleichstellung stärker voranzutreiben. Das Land schloss zudem mit der Europäischen Union ein Assoziationsabkommen ab, das 2008 in Kraft treten wird und eine Sicherung von Grundrechten für die gesamte Bevölkerung voraussetzt.

Aus den Präsidentschaftswahlen am 24. Oktober 2004 ging Ben Ali mit 94,5 % der Stimmen als Sieger hervor. Er wurde damit für eine vierte fünfjährige Amtszeit gewählt. Eine Verfassungsänderung hatte 2002 die bisherige Beschränkung der Wiederwahl eines Präsidenten abgeschafft. Die Präsidentenpartei Rassemblement Constitutionnel Democratique (RCD) gewann bei den gleichzeitig ausgetragenen Parlamentswahlen eine überragende Mehrheit in der Nationalversammlung. Die einzige echte Oppositionspartei Ettajdid beklagte allerdings verschiedene Formen der Benachteiligung und warf der Regierung Wahlfälschung vor. Die führende Oppositionspartei Parti Democratique Progressiste (PDP) hatte die Wahl von vornherein boykottiert und eine „Farce“ genannt. Weitere wichtige Oppositionsparteien durften nicht teilnehmen, weil sie offiziell verboten sind. Unabhängige Wahlbeobachter wurden nicht zugelassen.

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