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 Betreff des Beitrags: Für frischgebackene Hamburg-Touristen
BeitragVerfasst: 07.03.2010, 23:11 
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Vor Ort informiert Ihr Euch bei Regen ("Museumswetter") am besten im Museum für Hamburgische Geschichte.
Bei Sonne würde ich lieber erstmal eine Hafenrundfahrt (Start: Landungsbrücken, die S- oder U-Bahn bringt Euch hin) oder eine Stadtführung mitmachen.

Im Netz gibt's zur Geschichte der Stadt eine längere Abhandlung u.a. hier - ich mache in den folgenden Tagen eine Kurzfassung daraus und fange jetzt schon mal an.



Belege für eine Besiedlung durch nordalbingische Sachsen auf dem Geestrücken oberhalb der Mündung der Alster in die Elbe Hamburg gehen bis ins 4. Jh. n.Chr. zurück; die ältesten bisher gefundenen Baureste werden ins 5. bis 6. Jh. datiert.

Zu Beginn des 9. Jh.s unterwerfen die Franken unter Karl dem Großen (mit Einsatz der slawischen Obotriten) die Sachsen und dringen nordwärts bis zur Elbe vor. Sie legen vermutlich zwischen 808 und 834 bei dem bereits befestigten altsächsischen Dorf Hamm (vielleicht von ham = Hemmnis im Gelände, Uferzone, Marschland; vgl. Stadtteil Hamm am Übergang von Geest und Marsch) nahe der damaligen Alstermündung (heute Domplatz) eine wallumzogene Burganlage als Stützpunkt für die Missionierung des heidnischen Nordens (Schleswig-Holstein, Dänemark, Skandinavien) an, deren Name erstmals 832 als Hammaburg dokumentiert ist.

lm Jahre 831 stiftet Kaiser Ludwig der Fromme ein Bistum Hamburg, das Papst Gregor IV. schon 832 zum Erzbistum erhebt. Erster Erzbischof wird der später heiliggesprochene Benediktinermönch und Missionar Ansgar (Anschar; Apostel des Nordens), dessen Amtszeit in Hamburg jedoch nur von kurzer Dauer ist; denn schon 845 dringen dänische Wikinger auf der Elbe in den Hamburger Raum vor und zerstören die Wallfestung Hammaburg mit der ersten Domkirche, so daß Ansgar nach Bremen ausweichen muß. Das dort 848 errichtete Erzbistum heißt nun Hamburg-Bremen.

Um 950 zählt Hamburg etwa 500 Einwohner. Im Jahre 966 überträgt der deutsche König und sächsische Herzog Otto I. dem Sachsen Hermann Billung die weltliche Herrschaft, der jedoch nicht verhindern kann, daß die Obotriten 983 die sich allmählich entfaltende Handelssiedlung (samt Kirche und Schule) abermals zerstören.

Um die Mitte des 11. Jahrhunderts - Hamburg zählt jetzt etwa 800-900 Einwohner (etwa zur einen Hälfte Geistliche, zur anderen Bürger) - beginnt ein städtisches Gemeinwesen unter einem erzbischöflichen Vogt zu entstehen. Zu Zeiten des Erzbischofs Adalbert (1043-1072) wird Hamburg noch einmal zum Zentrum der christlichen Mission und nimmt zugleich Handelsbeziehungen nach Norden und Osten bis nach Island, Grönland und Finnland auf. Nach den erneuten Zerstörungen und Besetzungen durch die slawischen Obotriten in den Jahren 1066 und 1072 war es dann mit der kirchlichen Vormachtstellung Hamburgs endgültig vorbei; die Erzbischöfe müssen Hamburg verlassen und residieren fortan nur noch in Bremen.


So, da haben wir schon mal das erste nachchristliche Jahrtausend im Schweinsgalopp durchhechelt, ich gönne Euch jetzt eine kleine Pause. Immerhin kennt Ihr u.a. schon mal den Grundkonflikt zwischen Hamburg und Bremen bzw. eine mögliche Ursache dafür, warum sich schwarz-blaue HSV-Fans mit grün-weissen Bremern in regelmäßigen Abständen kloppen müssen (ob die das wissen ???). D.h. wissen tun die meisten das wohl nicht und kloppen müssen sie sich deshalb auch nicht, aber sie mögen das anscheinend.
Nun - solange sie mich und Euch damit in Ruhe lassen ...

Einen schönen Abend wünscht Euch
Lefteri.

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 Betreff des Beitrags: Re: Für frischgebackene Hamburg-Touristen
BeitragVerfasst: 10.03.2010, 18:00 
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Aber ich kann nicht im Schweinsgalopp folgen :mrgreen:

Tja, da nimmst Du mir wieder einiges ab, aber das ist gut und nicht schlecht.
Du kannst einfach besser erzählen.
Mach ruhig weiter :marine010:

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:jungfrau: Alle Bewohner dieser Erde sind Nachbarn
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 Betreff des Beitrags: Re: Für frischgebackene Hamburg-Touristen
BeitragVerfasst: 11.03.2010, 18:25 
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 Betreff des Beitrags: Re: Für frischgebackene Hamburg-Touristen
BeitragVerfasst: 13.03.2010, 00:13 
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Dankschön für die Blumen, lieber Tommy.


Weiter im Text aus dem schon erwähnten Link (stark gekürzt):

Mit dem Beitritt zum Kaufmanns- und späteren Handelsstädtebund der Hanse (von althochdeutsch hansa = Schar, Gemeinschaft) erreicht die Entwicklung Hamburgs einen Höhepunkt: Als Nordseehafen für das damals mächtige Lübeck (Endpunkt der wichtigen alten Salzstraße von Lüneburg) wird Hamburg zum wichtigsten Umschlagplatz im Verkehr zu den Ländern im Westen und für das Binnenland an der Elbe.

Im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts erwirbt die Hansestadt (jetzt mit ca. 7500 Einwohnern) nacheinander die Ortschaften Moorburg, Hammerbrook, Horn, Billhorn, Boizenwerder, Hamm, Ochsenwerder, Moorwerder, Billwerder, Finkenwerder, Altenwerder, Kattwyk und Griesenwerder, ferner Eimsbüttel, Langenhorn, Klein-Borstel, Fuhlsbüttel, Eilbek und Borgfelde. Im Jahre 1394 wird das Elbmündungsgebiet mit dem Schloß und Amt Ritzebüttel (heute ein Teil von Cuxhaven) gewaltsam einverleibt, nachdem die dort residierende Familie von Lappe dem zunehmenden Seeräuberunwesen nicht entgegenwirkte.

Die Elbmarschen und die südwestlich vorgelagerten Elbinseln werden eingedeicht und besiedelt. Neben der erzbischöflichen Altstadt entsteht westlich vom Nikolaifleet (1124 erster Alsterstau für eine Kornmühle am Großen Burstah) im Bereich der Neuen Burg die von Adolf III. für Schiffer und Kaufleute gegründete gräfliche Neustadt, der Kaiser Friedrich Barbarossa am 7. Mai 1189 neben anderen Privilegien Zollfreiheit für Handel und Schifffahrt auf der Niederelbe gewährt haben soll:

(wikipedia) In Ermangelung einer authentischen Urkunde wurde um 1265 der noch heute vorhandene und vermutlich auch inhaltlich verfälschte Barbarossa-Freibrief ausgefertigt. Diesen erhielt Hamburg als Dank für dessen Unterstützung beim Kreuzzug im Heiligen Land. Der Freibrief enthielt für Hamburg vier wichtige Punkte: Hamburg brauchte bis zur Nordsee keine Zölle mehr zu zahlen, die Heerpflicht wurde aufgehoben, Hamburger Bürger waren nur zum Schutze Hamburgs verpflichtet, im Umkreis von 15 Kilometern durfte um Hamburg herum keine weitere Burg errichtet werden, und den Hamburgern wurde erlaubt, Vieh zu halten, Fische zu fangen und Bäume zu roden. In Ermangelung einer authentischen Urkunde wurde um 1265 der noch vorhandene und vermutlich auch inhaltlich verfälschte Barbarossa-Freibrief ausgefertigt. Eine andere Lesart ist, dass der Freibrief von Anfang an eine bewusste Fälschung Hamburger Kaufleute war.
Dies bezeichnen die Hamburger als ihren Hafengeburtstag, was sie an jedem zweiten Maiwochenende drei Tage lang gebührend feiern: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts werden die Raubzüge der zunächst im Ostseeraum aktiven Vitalienbrüder (oder Viktualienbrüder, später Likedeeler = Gleichverteiler) mit ihren Anführern Klaus (Clas) Störtebeker und Godeke Michels (Gödeke Michaels) auch für den Hamburger Handel existenzbedrohend. Die Hansestadt entschließt sich daher, eine eigene Kriegsflotte auszurüsten, um gegen die Seeräuber in der Deutschen Bucht der Nordsee vorzugehen. Im Jahre 1400 kann sie Störtebeker vor der Felseninsel Helgoland gefangennehmen; er wird noch im Oktober desselben Jahres auf dem Hamburger Grasbrook enthauptet (an der Hinrichtungsstätte heute ein Denkmal); 1401 kann auch Godeke Michels gestellt werden und erleidet mit über 70 seiner Piraten ebenfalls auf dem Grasbrook den gewaltsamen Tod durch Enthaupten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Für frischgebackene Hamburg-Touristen
BeitragVerfasst: 22.03.2010, 22:04 
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Schnuppi hat geschrieben:
Du kannst einfach besser erzählen.
Mach ruhig weiter :marine010:


Danke, liebe Schnuppi, für die Blumen.
Wobei hier nicht ich erzähle, sondern der Macher der oben zitierten HP.
Und ich lass ihn, leicht gekürzt, jetzt weiter machen.




Zunächst gegen den erklärten Willen des Hamburger Rates verbreiten Prediger die durch Luthers Thesen von 1517 bekannt gewordenen neuen Lehren der Reformation. In einer öffentlichen Disputation im Rathaus zwischen evangelischen und katholischen Geistlichen setzt sich der neue Glaube durch. Durch Luthers Freund, den von der pommerschen Ostseeinsel Wollin stammenden Theologen und Reformator des Nordens Johann Bugenhagen (1485-1558), den der Rat aus Wittenberg herbittet, erhält Hamburg im Jahre 1529 seine erste evangelische Kirchenordnung (mit einem Superintendenten an der Spitze); im gleichen Zuge erneuert man das Schulwesen. ln dem 1546 ausbrechenden Schmalkaldischen Krieg erweist sich die Hansestadt als Vorkämpferin des Protestantismus im Norden, bis der Augsburger Frieden von 1555 ein Nebeneinanderleben beider Bekenntnisse ermöglicht.

Als Folge der Religionskriege in den spanischen Niederlanden flüchten viele lutherische und kalvinistische Holländer nach Hamburg, so daß sich die Einwohnerzahl von 1550 bis 1600 auf 40000 verdoppelt. Durch die Aufnahme der Glaubensflüchtlinge sowie von zahlreichen Juden aus Spanien, Portugal und Teilen Deutschlands, aber auch durch die Niederlassung englischer Kaufleute in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erfährt Hamburg auf kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet eine intensive Belebung.

Mit den großen Entdeckungen gegen Ende des 15. Jahrhunderts haben sich auch die Handelsinteressen Hamburgs von Ostsee und Mittelmeer in Richtung Atlantischer Ozean verlagert. Durch die Regulierung der Norderelbe wird aus der Alsterstadt eine Elbstadt mit leichtem Zugang zur Nordsee und damit zum Atlantik. Nach dem Verfall der Hanse sucht Hamburg nun dort seine Chancen: Seine Schiffe bringen die Schätze der Neuen Welt in viele Länder Europas; Ende des 16. Jahrhunderts ist Hamburg aberauch der wichtigste Hafen für die Getreideausfuhr nach West- und Nordeuropa sowie nach ltalien. Der Elbstrom wird Hamburgs Lebensader; ab 1607 leiten Lotsen die Schiffe.

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 Betreff des Beitrags: Re: Für frischgebackene Hamburg-Touristen
BeitragVerfasst: 26.03.2010, 22:55 
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Hamburg und Dänemark geraten immer wieder in Gegensätze. Versucht der Dänenkönig Christian IV. mit der Gründung von Glückstadt (1616) die Elbschiffahrt zu kontrollieren (was nicht gelingt), so geht sein Nachfolger Friedrich III. daran, das erstmals 1535 als Fischerdorf erwähnte Altona als Konkurrenz zu Hamburg zu fördern: Im Jahre 1664 macht es der Dänenkönig zur Stadt und zum ersten Freihafen Nordeuropas.

Die Hamburger befestigen daraufhin ihre Vorstädte St. Georg und das spätere St. Pauli mit dem Neuen Werk von der Alster bis zur Bille. Christian V. benutzt 1686 eine Uneinigkeit in Hamburg, um drohend mit seinem Heer vor den Toren der Stadt zu erscheinen. Die Belagerung kann jedoch mit Hilfe welfischer und brandenburgischer Truppen letztlich abgewiesen werden.

Im Rahmen der Säkularisierungmaßnahmen gemäß dem Reichsdeputationshauptschluß des Jahres 1803 wird der Stadt der Kirchenbesitz zugesprochen; 1804-1807 wird der baufällige Mariendom abgebrochen.

Auf dem bis heute brach liegenden Platz findet bis heute der Frühjahrs-, Sommer- und Winterdom statt KLICK

Mit dem Ende des alten Deutschen Reiches erlangt Hamburg im Jahre 1806 seine volle Souveränität und nennt sich nunmehr Freie Hansestadt. Wenige Monate später rücken jedoch französische Truppen nach ihren Siegen bei Jena und Auerstedt in Hamburg ein. Die durch Napoleon verhängte Kontinentalsperre, die jeglichen Verkehr mit Großbritannien unterbindet, trifft die Handelsstadt hart. Im Jahre 1810 wird die Freie Hansestadt dem französischen Kaiserreich einverleibt und erleidet während der Besatzungszeit (bis 1814) einen verheerenden Niedergang.

Nach einem Bürgeraufstand im Februar 1813 - besonders verhaßt waren die französischen Zöllner - und kurz vor dem von der Bevölkerung bejubelten Entsatz durch russische Truppen unter dem Kosakenoberst Friedrich Karl von Tettenborn (einem gebürtigen Badener) im März 1813 läßt der französische Marschall Louis Nicolas Davout die Festung ausbauen und die Vorstädte in Trümmer legen, um freies Schußfeld zu haben; mit Ausnahme der Michaeliskirche werden alle großen Gotteshäuser der Stadt als Magazinlager oder Pferdeställe profaniert. In der Christnacht 1813 werden mehrere Tausend Einwohner, die keine für sechs Monate genügende Bevorratung nachweisen können, vertrieben und von der (dänischen!) Nachbarstadt Altona aufgenommen. Der Sturz Napoleons zwingt die Franzosen schließlich zum Abzug; die letzten französischen Besatzungstruppen verlassen Hamburg am 30. Mai 1814. Gemeinwesen und Handel der Hansestadt sind gründlich ruiniert, die Einwohnerzahl ist von rund 130000 im Jahre 1800 auf etwa 100000 zurückgegangen.

Der Wiener Kongreß (1815) garantiert die Souveränität Hamburgs, das nun dem Deutschen Bund beitritt; ab 1819 nennt sich Hamburg Freie und Hansestadt. In den folgenden Jahrzehnten sind die Hamburger tatkräftig mit dem Wiederaufbau ihrer Stadt beschäftigt. Die Befestigungen werden abgetragen und zu öffentlichen Parkanlagen umgestaltet; 1841 erfolgt die Eröffnung der neuen Börse und die Inbetriebnahme der ersten Omnibuslinie zwischen Hamburg und Altona.

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 Betreff des Beitrags: Re: Für frischgebackene Hamburg-Touristen
BeitragVerfasst: 28.03.2010, 18:43 
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Wer Genaueres über die grausliche Hamburger Franzosenzeit wissen möchte:
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Der Große Brand vom 5. bis 8. Mai 1842, der etwa ein Drittel der Innenstadt verwüstet (ca. 20000 Obdachlose, 4200 Wohnungen zerstört), unterbricht die fortschreitende Entwicklung nur kurzfristig: Der Wiederaufbau wird systematisch vorangetrieben; den wirtschaftlichen Aufstieg begünstigen der Bau der ersten Eisenbahnlinien (1842 nach Bergedorf; 1844 Ostseebahn [von Altona] nach Kiel, 1846 nach Berlin) sowie das Aufkommen der Dampfschiffahrt (schon 1816 ist das erste Dampfschiff [aus England] nach Hamburg gekommen; 1847 Gründung der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft HAPAG). Hamburg wird nun auch zu einem Schwerpunkt der deutschen Industrie, seine Dampfschiffe befahren die Weltmeere. Seit 1859 verkehren Dampfboote auf der Alster, seit 1866 Pferdebahnen auf Hamburgs Straßen.

Mit dem Beitritt zum Norddeutschen Bund verzichtet die Freie und Hansestadt zwar auf eine selbständige Außenpolitik und gewisse Privilegien (z. B. das Führen der hamburgischen Flagge in der Schiffahrt), erhält aber für seinen Welthandel endlich den so oft entbehrten Rückhalt und Schutz. Nachdem Hamburg dem Deutschen Zollverein von 1834 nicht beigetreten ist, bleibt es mit seinen neu gebauten Hafenanlagen zunächst noch Zollausschlußgebiet, bis im Jahre 1888 der Zollanschluß an das 1871 geschaffene neue Deutsche Reich und die gleichzeitige Einrichtung des den internationalen Handel in höchstem Maße fördernden Freihafens erfolgt (Bau der Speicherstadt).

Die wider alle Erwartungen günstigen Folgen dieses Anschlusses führen zu immer neuen Erweiterungen des Hafens und lassen Hamburg zum größten Hafen des Deutschen Reiches (Deutschlands Tor zur Welt) aufsteigen. Einen schmerzlichen Rückschlag verursacht eine Cholera-Epidemie, die im Sommer 1892 über 8600 Menschenleben fordert.

Im Jahre 1912 steht Hamburg mit seinem seewärtigen Güterumschlag nach London und New York an dritter Stelle in der Rangordnung der größten Welthäfen; im gleichen Jahr werden erstmals auf der Erde in Hamburg Taxirufsäulen aufgestellt. Anfang 1913 zählt die Hansestadt rund eine Million Einwohner.

Im Ersten Weltkrieg verliert Hamburg 40.000 ihrer Söhne (die verhungerten oder anderswie zu Tod gekommenen Töchter werden wieder mal unterschlagen/Anm. Lefteri), die Handelsblockade schneidet sie vom Weltverkehr ab. Einen schweren Schlag vesetzt ihr dann die im Versailler Vertrag geforderte Ablieferung fast der gesamten Handelsflotte.

Am 24. März 1919 eröffnet die prominente Frauenrechtlerin Helene Lange das erste demokratisch gewählte Parlament Hamburgs (Bürgerschaft mit absoluter Mehrheit der SPD). Nach langem Widerstand seitens der Bürgerschaft wird im gleichen Jahr die Universität Hamburg gegründet. In den zwanziger Jahren entstehen die monumentalen Klinkerbauten des Kontorhausviertels; 1924 nimmt die Norddeutsche Rundfunk AG (NORAG) ihren Programmsendebetrieb auf.

Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kommen, werden die deutschen Länder dem Reich gleichgeschaltet. Hamburg erhält die offizielle Bezeichnung Hansestadt Hamburg; der seit 1819 im Namen geführte Zusatz "Freie und ..." wird gestrichen. Die neuen Machthaber lösen die Hamburger Bürgerschaft auf und setzen einen Reichsstatthalter (Gauleiter Karl Kaufmann) ein, der 1936 auch die Führung der Hamburger Landesregierung übernimmt.

Das Groß-Hamburg-Gesetz vom 1. April 1937 gliedert der Hansestadt die längst mit ihr zusammengewachsenen preußischen Nachbarstädte Altona, Wandsbek und Harburg-Wilhelmsburg sowie 28 Randgemeinden ein, während die Städte Cuxhaven (das alte Amt Ritzebüttel; die Hafenverwaltung bleibt bis 1991 in Hamburger Hand), Geesthacht und etliche kleinere Orte abgetrennt werden.

Am Abend des 9. November 1938 tobt wie allenthalben im nationalsozialistischen Deutschen Reich auch in Hamburg das Judenpogrom der "Reichskristallnacht", wobei die Synagogen zwar nicht niedergebrannt, aber innen demoliert werden; die größte, 1906 eingeweihte am Bornplatz (heute Joseph-Carlebach-Platz, im Univiertel) wird 1939 abgerissen.

lm Mai 1939 hat Groß-Hamburg knapp 1,7 Mio. Einwohner.

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